Im Jahre 1891 entstand ein erster Rassestandard für den Deutschen Schäferhund. Er wurde im Laufe der Jahre nur leicht verändert.

 

Der Deutsche Schäferhund ist kräftig und stark bemuskelt. Der Widerrist bildet den höchsten Punkt des Rückens. Die Größe wird beim Widerrist gemessen. Bei einem ausgewachsenen Schäferhund beträgt die Widerristhöhe bei Rüden 60 bis 65 Zentimeter, bei Hündinnen 55 bis 60 Zentimeter. Das Gewicht beträgt bei Rüden 30 kg bis 40 kg und bei Hündinnen 22 kg bis 32 kg.  

Beim Gebiss liegen die Schneidezähne scherenartig übereinander. Der Welpe hat 28 und der erwachsene Schäferhund 42 Zähne. Die Stehohren sind am Grund breit und hoch angesetzt. Sie laufen spitz aus und sind mit der Muschel nach vorne gerichtet. Die Augen sind lebhaft, dunkel, ausdrucksvoll und etwas schräg liegend. Das Haarkleid beim Stockhaarschäferhund hat dichte Unterwolle mit geradem, fest anliegendem Deckhaar. Der Langstockhaarschäferhund (volksmundlich Altdeutscher Schäferhund) hat langes Deckhaar mit dichter Unterwolle. Die häufigsten Farben sind Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgelben Abzeichen. Schwarz und grau einfarbig.

Die Lebensdauer eines Schäferhundes ist sehr unterschiedlich. Schäferhunde können bei guter Pflege und Züchtung bis zu 15 Jahre alt werden. Der Deutsche Schäferhund ist vom Wesen her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, treu, anhänglich, klug und wachsam. Wenn es die Lage erfordert, kann er auch kämpferisch, hart und ausdauernd sein. Er wird als Hund der Superlative bezeichnet, was Intelligenz, Führigkeit, Arbeitsbereitschaft und körperliche Gewandtheit anbelangt. Daher ist er nicht nur für seinen ursprünglichen Verwendungszweck, das Hüten einer Schafherde, geeignet, sondern ebenso als Schutzhund wie als Polizei- und Fährtenhund, als Blindenführhund und als Rettungshund. Er besitzt einen ausgeprägten Familiensinn und ist deshalb als Familienhund gut geeignet.

 

Deutsche Schäferhunde lieben lange Spaziergänge und brauchen viel Bewegungsfreiheit und Familienanschluss. Sie sind Gebrauchshunde, wollen also artgerecht beschäftigt werden, eine Aufgabe haben, damit ihre Sinne nicht verkümmern. Sie bevorzugen kühlere Temperaturen. Als Krankheiten treten vereinzelt Allergien (Immunschwäche) sowie, bei falscher Züchtung, wie bei fast allen größeren Hunderassen Gelenkprobleme (Hüftgelenks-, Ellbogendysplasie) auf. Es liegt auch in der Verantwortung der Verbände und Züchter, darauf zu achten, nur jene Elterntiere für die Weiterzucht zuzulassen, die keine Probleme mit der Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie haben. Beim Kauf wird empfohlen, sich an Züchter zu wenden, deren Tiere HD-geröntgt und HD-frei sind. Der Deutsche Schäferhund gilt als der „Allrounder“ unter den Hunderassen. Er ist weltweit der beliebteste Gebrauchshund.